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Die emotionalen Kosten eines Startup-Gründers

Ein Startup zu gründen gilt als hip. Überall hört und liest man von Firmen, die den Durchbruch geschafft haben oder für enorme Summen aufgekauft wurden. Von Misserfolgen oder deren Hintergründe wird kaum gesprochen. Und wenn von den Kosten eines Startups gesprochen wird, sind es meistens Personalkosten, Kapitalkosten, Kosten pro Akquisition und Opportunitätskosten, die gemeint sind. Was vergessen geht, sind die grössten Kosten des Aufbaus eines Startups – die emotionalen Kosten.

Es gibt viele Aspekte im Leben eines Gründers, die emotionale Kosten mit sich tragen. Eine ist das Alleinsein. Wer vorher in einer Unternehmung gearbeitet hat, ist sich den Umgang mit Kollegen gewohnt. Man isst zusammen oder lästert auch einmal über den Chef. Nun ist man selbst Chef. Und besonders in der Startphase einer Unternehmung, wenn noch niemand anders im Startup arbeitet, ist man sehr oft allein. Der Gang nach Hause zu den Liebsten hilft hier, jedoch verstehen diese oftmals nicht, was ein Gründer durchmacht. Es wird vorkommen, dass gewisse Beziehungen ihren Tribut fordern. Was vielen Jungunternehmern hier hilft, ist der Austausch mit anderen Gründern, die dasselbe durchmachen.

Ebenfalls nicht unterschätzt werden sollte die Zeit, die man mit Warten verbringt. Am Anfang läuft alles schnell und wie geschmiert. Die ersten Erfolge motivieren sehr. Doch irgendwann wird bei den meisten Startups einmal der Zeitpunkt kommen, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Das Wachstum verlangsamt sich oder gerät sogar ganz ins Stocken. Die Kundengewinnung läuft schleppend und Verkäufe bleiben aus. Aus Wochen werden Monate und aus Monaten werden Jahre. Natürlich hoffen alle, dass ihr Startup voll durchstartet und zwar möglichst schnell. Doch dies passiert bei Weitem nicht immer so schnell, wie dies Erfolgsstories suggerieren. Man sollte sich bewusst sein, dass man unter Umständen viel Zeit für den Aufbau brauchen wird.

Diese Phase, in der das Wachstum zurückgeht, bringt oftmals auch finanzielle Folgen mit sich. Finanzielle Unsicherheit zehrt an vielen Startup-Gründern. Während die Überflieger-Startups Millionen scheffeln, geht in der eigenen Firma gerade nichts. Der Kontostand sinkt von Tag zu Tag und aus dem Motto «Wir investieren in die Zukunft» wird «Wie bezahle ich bald mein Essen?». Viele Startup-Gründer schrauben für das Überleben und Gedeihen ihrer Firma ihre persönlichen Bedürfnisse wie Ferien oder ein grosses Auto zurück. Sie leben unter ihren normalen Verhältnissen und finanzieren so ihr Startup.

Der Aufbau einer Unternehmung nimmt enorm viel Zeit in Anspruch, weshalb Gründer und Mitarbeiter eines Startups den grössten Teil ihrer Zeit im Dienst der Arbeit verbringen. In dieser Phase ist es nicht ungewöhnlich, dass es nötig wird, 80 Stunden pro Woche zu schieben. Dies hat natürlich auch einen Einfluss auf die Beziehungen zu den Partnern zuhause oder zu Freunden. Am Anfang ist die Unterstützung meist gross. Irgendwann zehrt aber die dauernde physische oder mentale Abwesenheit an der Beziehung. Gründer müssen sich dessen bewusst sein und ihren Partnern klar machen, dass sie in der kommenden wahrscheinlich weniger Zeit für die Beziehung haben werden. Oder sie nehmen es in Kauf, dass ihre Beziehung oder eine Freundschaft darunter leiden wird.

All diese Kosten bilden die emotionalen Kosten des Aufbaus eines Startups, die meist vergessen gehen. Sie sind es, welche die Gründer beschäftigen, aber unsichtbar bleiben. Gründer von erfolgreichen Startups haben es geschafft, auch diese emotionalen Kosten gut zu managen. Es ist wichtig und nötig, dass angehende Gründer realistische Erwartungen an sich stellen und sich bewusst sind, was auf sie zukommt. Und sie müssen die Ausdauer haben, diese Phasen durchzustehen. Denn auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

 

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2 Kommentare zu “Die emotionalen Kosten eines Startup-Gründers

  1. Wertes Team Startups.ch
    Könnten Sie ev. in einem BLOG-Eintrag etwas über den BG-Entscheid 4A_83/2018 im Bezug auf Neugründungen und Firmennamen mit Familiennamen aufnehmen? Ist es mir gemäss diesem Entscheid nun möglich, sofern mein Familienname Bachmann lautet, eine Bachmann Rechtsanwälte AG zu gründen, obwohl diese ev. schon existiert?
    Besten Dank für euer Feedback zu diesem (m.E. nach) wegweisenden Entscheid?!.

    • Guten Tag

      Im von Ihnen erwähnten Entscheid 4A_83/2018 handelt es sich um die Pachmann Rechtsanwälte AG und Bachmann Rechtsanwälte AG, wobei entschieden wurde, dass keine Verwechslungsgefahr aufgrund der diversen Anfangsbuchstaben „P“ und „B“ besteht. Hingegen wäre eine „neue“ Bachmann Rechtsanwälte AG identisch und folglich nicht eintragungsfähig.

      Freundliche Grüsse
      Lorena Belardo

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