«Machen ist wie wollen. Nur krasser.» – wie Youngpreneurs die nächste Generation Unternehmer:innen formt
Von der Idee zum Prototypen in acht Monaten: Youngpreneurs zeigt Jugendlichen, was Unternehmertum wirklich bedeutet – und warum Scheitern oft der beste Lehrmeister ist.

Über Youngpreneurs
Youngpreneurs ist ein ausbildungsübergreifendes Entrepreneurship-Förderprogramm für 17- bis 22-Jährige aus Gymnasien, KV- und Berufsfachschulen. In 16 Modulen à 3 Stunden entwickeln die Teilnehmenden in interdisziplinären Teams ihr eigenes Startup – von der Problemanalyse über Prototyping bis hin zum marktfähigen Geschäftsmodell. Begleitet werden sie von erfahrenen Coaches, Unternehmer:innen und Expert:innen aus dem lokalen Ökosystem. Den Abschluss bildet die Award Night, an der die Teams ihre Projekte vor einer hochkarätigen Jury aus Wirtschaft, Politik und Medien pitchen.
Das Ziel: Jugendliche mit zukunftsrelevanten Skills auszustatten – Problemlösekompetenz, Eigeninitiative, Teamarbeit und Kommunikation. Fähigkeiten, die weit über die Gründungsszene hinaus wirken.
Seit 2017 haben 827 Lernende das Programm durchlaufen, 137 Startup-Projekte sind entstanden – und die Weiterempfehlungsrate liegt bei 94%.
Wir haben mit Co-Founder und Managing Director Emanuel Roth gesprochen.
Interview mit Emanuel Roth, Co-Founder & Managing Director
Wie würdest du die Vision und Mission der Youngpreneurs Association in einem Satz beschreiben – und was hat dich persönlich dazu motiviert, sie mitzugründen?
«Machen ist wie wollen. Nur krasser.» Wir begleiten Lernende, ihre Ideen in Form eines Startups zu verfolgen. Unglaublich viel Energie, macht richtig Spass!
Der Leitsatz «Machen ist wie wollen. Nur krasser.» ist sehr prägnant – wie setzt ihr diesen Gedanken konkret im Programm um?
Unsere Zielgruppe sind Lernende verschiedener Berufsschulen und Gymnasiast:innen. Bei Youngpreneurs wird umgesetzt, der Fokus ist nicht wie oft in der schulischen Laufbahn Theorie. Wir lernen von lokalen Unternehmer:innen und Experten und begleiten die Teams intensiv mit verschiedenen erfahrenen Coaches. Nach 8 Monaten haben die Teams einen am Markt validierten Prototypen ihres Produkts oder Dienstleistung und oft schon erste Kunden.
Im Youngpreneurs-Programm entwickeln Schüler:innen in zwei Semestern ein eigenes Startup. Welche Herausforderungen begegnen ihnen dabei am häufigsten?
Herausforderungen sind der tägliche Begleiter eines Gründers. Herausforderungen provozieren wir absichtlich, damit schnell und möglichst effizient gelernt wird. Ein Team muss geformt werden, welches Rückschläge als Chance sieht. Oft ist es eine Frage des Mindsets, schnell zu entscheiden, experimentieren und erste Erfolge zu feiern.
Welche unternehmerischen Skills hältst du für junge Menschen heute für besonders wichtig – und wie fördert Youngpreneurs genau diese?
Am Ende sind dies die Future Skills. Das Mindset eines Unternehmers ist mit Blick auf die Zukunft bei weitem nicht nur beim Gründen wichtig. Wir beobachten, dass genau dies auch in Corporates immer gefragter wird.
Gibt es ein Startup aus dem Programm, dessen Entwicklung dich besonders beeindruckt oder überrascht hat?
Da gibt es verschiedene Beispiele. Wir haben Teams, die im September starten, testen, entwickeln und im Dezember merken, dass sie keinen Weg finden. Wenn dann nicht aufgegeben wird und noch einmal mit einer total neuen Idee gestartet wird, das beeindruckt. Wenn du immer ein Mal mehr aufstehst als du fällst, das beeindruckt.
Youngpreneurs ist an mehreren Standorten aktiv. Wie stellst du sicher, dass die Qualität des Programms überall gleich hoch ist?
Wir sind aktuell in Bern, Thun und der Zentralschweiz aktiv. Diesen Sommer 2026 starten wir zudem an den Standorten Solothurn und Zürich. Wir arbeiten mit langjährigen Coaches und Experten und bauen unser inzwischen 9-köpfiges Team langfristig auf.
Woran misst du den Erfolg von Youngpreneurs – eher an Zahlen, an persönlichen Entwicklungen der Teilnehmer:innen oder an langfristigen Gründungen?
Wir messen verschiedene Kennzahlen. Was am Ende am meisten begeistert, sind Nachrichten von ex-Youngpreneurs, die manchmal auch nach mehreren Jahren mit einer neuen Idee richtig durchstarten. Die meisten erfolgreichen Unternehmer sind nicht mit der ersten Idee durchgestartet. Youngpreneurs ist der Startschuss für die persönliche Entwicklung dieser nächsten Generation an Unternehmer:innen. Das zeigt auch z.B. die extrem hohe Weiterempfehlungsrate von 94%.
Was sind aus deiner Sicht die grössten Herausforderungen, wenn es darum geht, Unternehmertum frühzeitig im Bildungssystem zu verankern?
Als Unternehmer betrittst du Neuland. Es gibt kein vorgefertigtes, wissenschaftlich belegtes System, das du unterrichten kannst. Es braucht Mentoren, Coaches, die vorangehen, selber wissen, wie mit Risiko umzugehen ist, Türen öffnen, die mutmachen, unser Schulsystem ist leider oft nicht so aufgebaut.
Wie hat sich Youngpreneurs seit der Gründung verändert – und wo siehst du die Organisation in fünf Jahren?
Wir haben selber mit einer Hypothese gestartet: Gibt es Jugendliche, die in ihrer Freizeit, neben dem dualen Bildungssystem, ihr eigenes Startup aufbauen wollen? Und ja, die gibt es. Wir bekommen immer wieder Anfragen von Schulen, Regionen, Talentförderungsorganisationen, die Youngpreneurs an neue Standorte bringen wollen.
Welche Rolle spielen Partnerschaften mit Schulen, Unternehmen oder Investor:innen für eure Arbeit – und welche Art von Kooperationen wünscht ihr euch in Zukunft noch mehr?
Unser Ziel ist es, unseren Youngpreneurs das regionale Unternehmer- und Innovationsökosystem zu öffnen. Viele Regionen haben bereits erstaunliche Angebote und Organisationen. Genau da suchen wir Partnerschaften, damit unsere Youngpreneurs nach dem achtmonatigen Programm eine gute Anlaufstelle haben.
Mehr über das Programm, die Standorte und die nächsten Durchführungen gibt es auf youngpreneurs.org.


