Von der Idee zur nachhaltigen Zahnpflege: Die Gründungsgeschichte von Kiyo
Wie entsteht ein innovatives Start-up im Bereich Zahnpflege? Kiyo zeigt, wie aus einer einfachen Frage ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird – mit klarer Vision, viel Durchhaltevermögen und Fokus.

Der Weg von der ersten Idee bis zum marktfähigen Produkt ist selten geradlinig – insbesondere in einem kompetitiven Markt wie der Zahnpflege. Kiyo ist ein Beispiel dafür, wie aus einer einfachen Alltagsfrage ein innovatives Start-up entstehen kann. Im Interview geben die Gründer Einblick in ihre Motivation, die Herausforderungen der Anfangsphase sowie die wichtigsten Learnings auf ihrem Weg. Sie erfahren, wie Kiyo finanziert wurde, welche Hürden es zu überwinden galt und welche Vision das Unternehmen für die Zukunft verfolgt.
1. Wie ist die Idee zu Kiyo entstanden – und welches konkrete Problem wollten Sie lösen?
Die Idee zu Kiyo entstand aus einer einfachen, aber entscheidenden Frage: Womit putzen wir uns eigentlich täglich die Zähne? Als wir uns intensiver mit Zahnpflege beschäftigt haben, merkten wir schnell, wie wenig wir wirklich über die Produkte wussten, die wir mehrmals täglich verwenden. Gleichzeitig fiel uns auf, dass klassische Zahnpflege oft unnötig kompliziert ist – mit viel Wasser, Plastikverpackung und Inhaltsstoffen, die viele Konsumentinnen und Konsumenten kaum einordnen können. Unser Ziel war deshalb, Zahnpflege neu zu denken: wirksam, alltagstauglich und ohne unnötige Zusatzstoffe. So ist Kiyo entstanden.
2. Wie sind Sie bei der Gründung konkret vorgegangen – was waren Ihre ersten Schritte?
Zu Beginn haben wir 20’000 Franken aus unserem Ersparten in die Gründung einer GmbH investiert. Mit diesem Startkapital konnten wir gemeinsam mit einer Schweizer Entwicklungsfirma aus dem Zahnpflegebereich unser erstes Produkt entwickeln: die Kiyo Zahnpasta Tabs. Weil für uns von Anfang an klar war, dass das Produkt nicht nur natürlich, sondern vor allem auch wirksam sein muss, hat die Entwicklung rund zwei Jahre gedauert. Um die erste Produktion finanzieren zu können, haben wir anschliessend ein Crowdfunding über Wemakeit lanciert, das erfolgreich verlief und uns den Markteintritt ermöglicht hat.
3. Wie haben Sie Kiyo finanziert – und was würden Sie beim Thema Finanzierung heute anders machen?
In der Anfangsphase waren wir komplett selbstfinanziert. Nach rund einem Jahr Testphase am Markt wurde uns klar, dass unser Business Case nur dann langfristig funktioniert, wenn wir unser Sortiment gezielt erweitern. Um weitere Produkte entwickeln und produzieren zu können, haben wir eine erste kleine Finanzierungsrunde mit Family and Friends gemacht. Ende 2025 folgte dann eine weitere Runde mit einem Business Angel, um das Wachstum weiter zu beschleunigen – insbesondere im Bereich Produktentwicklung und Marketing. Rückblickend haben wir beim Thema Finanzierung gute Entscheidungen getroffen und würden heute nichts grundlegend anders machen.
4. Was war Ihre grösste Herausforderung in der Anfangsphase – und wie haben Sie sie gemeistert?
Eine der grössten Herausforderungen war ganz am Anfang die Produktentwicklung. Es hat zwei Jahre gedauert, bis unsere Zahnpasta Tabs unseren Ansprüchen entsprochen haben und wirklich marktreif waren. Danach kam bereits die nächste Hürde: Die Rezeptur musste in eine stabile, produzierbare Tablettenform überführt werden. Gleichzeitig sind wir ohne grosse E-Commerce-Erfahrung in den Markt gestartet und haben auf dem Weg entsprechend viele Fehler gemacht. Gemeistert haben wir das vor allem durch Durchhaltevermögen, hohe Lernbereitschaft und den Anspruch, aus jedem Fehler besser zu werden.
5. Welche drei wichtigsten Learnings würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben?
- Nicht die Idee ist entscheidend, sondern die Umsetzung. Viele Ideen klingen gut – entscheidend ist, wer sie wirklich konsequent und über lange Zeit umsetzt.
- Durchhaltevermögen ist zentral. Gerade in der Anfangsphase läuft fast nie alles nach Plan, und oft trennt genau dort die Ausdauer diejenigen, die weitermachen, von denen, die aufgeben.
- Sprechen Sie früh mit echten Kundinnen und Kunden. Man selbst ist eventuell nicht die Zielgruppe, und ehrliches Feedback aus dem Markt ist meist wertvoller als jede Annahme im stillen Kämmerlein. Ein gutes Produkt entsteht nicht aus Perfektionismus, sondern aus Testen, Lernen und Verbessern.
6. Wo sehen Sie Kiyo in fünf Jahren – und welche Vision treibt Sie an?
Unsere Vision ist es, die beste Zahnpflege zu entwickeln. Eine Zahnpflege, die nicht nur funktioniert, sondern die tägliche Routine angenehmer und besser macht. Zähneputzen soll nicht einfach ein Muss sein, sondern etwas, das sich gut anfühlt und im Alltag überzeugt. Gleichzeitig möchten wir mit Kiyo dazu beitragen, gesunde Zähne langfristig einfacher zu erhalten und damit auch den Gang zum Zahnarzt oder zur Dentalhygiene angenehmer zu machen. Darüber hinaus wollen wir mit unseren plastikfreien Produkten und unserem Engagement mit Buy Food with Plastic auch in Zukunft ökologischen und sozialen Impact leisten.
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